Anzeige

Teilen auf Facebook RSS-Feed Klassik Heute
Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

CD • SACD • DVD-Audio • DVD Video

CD-Besprechung

cpo 777 034-2

1 CD • 53min • 2003

23.07.2004

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute
Empfehlung

Auf Franz Ignaz Beck, dessen Lebensdaten (1734-1809) sich fast mit denen Joseph Haydns decken, hat Michael Schneider bereits mit zwei CDs aufmerksam gemacht: mit dem ersten Teil der Sinfonien op. 3 (cpo 999 390-2) und mit dem Stabat mater (Koch 3-6583-2). Die vorliegende dritte CD liefert diejenigen Sinfonien, die auf der erstgenannten Veröffentlichung noch fehlten, nach und bietet als willkommene Zugabe die fulminante Ouvertüre zur Oper La mort d’Orphée, die seinerzeit so populär war, dass sie in Frankreich bei vielen Aufführungen des Gluckschen Orphée dessen eigene Ouvertüre ersetzte.

Über das abenteuerliche Leben Becks, der unter mysteriösen Umständen aus Mannheim floh und über Umwege Anfang der 1760er Jahre seine Lebensstellung als Leiter des Operorchesters zu Bordeaux fand, informiert Schneider im vorliegenden Beiheft. Was diesen Komponisten so interessant macht, ist sein europäischer Zug: Wohl unter dem Einfluss Italiens und Frankreichs geht er recht früh über den Mannheimer Stil hinaus. Das 1762 veröffentlichte Opus 3 zeigt eine Nähe zum musikalischen Sturm und Drang, wie er auch in Mozarts „kleiner“ g-Moll-Sinfonie zu erkennen ist. Wirklich spannend wird diese Musik dadurch, dass sie auf Floskeln und formale Sequenzierungen weitgehend verzichtet und statt dessen das motivische Material gründlich, manchmal auch überraschend verarbeitet.

Für La Stagione Frankfurt ist dies die beste Gelegenheit, „Unerhörtes hörbar zu machen“ (wie ihr künstlerisches Motto lautet). Mit Temperament und Verve wird an die Sache herangegangen, die Virtuosität ist erfrischend, da völlig uneitel, und die gestalterische Grundhaltung bleibt bei aller symphonischen Größe kammermusikalisch transparent und reaktionsschnell. Michael Schneider hält „die Kenntnis der Musik von Beck für einen wichtigen Baustein unseres Musikverständnisses der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und damit auch der Wiener Klassiker.“ Dem ist angesichts dieses überzeugenden musikalischen Plädoyers nur mit Nachdruck zuzustimmen.

Dr. Matthias Hengelbrock [23.07.2004]

Anzeige

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Franz Ignaz Beck
1Sinfonie D-Dur op. 3 Nr. 6
2Sinfonie B-Dur op. 3 Nr. 2
3Sinfonie F-Dur op. 3 Nr. 1
4La mort d'Orphée

Interpreten der Einspielung

Vorherige ⬌ nächste Rezension

19.04.2002
»zur Besprechung«

Magnificat / Capriccio
"Magnificat / Capriccio"

22.09.2006
»zur Besprechung«

 / cpo
" / cpo"

zurück zur Liste

Das könnte Sie auch interessieren

28.02.2018
»zur Besprechung«

Georg Philipp Telemann, The Grand Concertos for Mixed Instruments Vol. 5 / cpo
"Georg Philipp Telemann, The Grand Concertos for Mixed Instruments Vol. 5 / cpo"

19.04.2017
»zur Besprechung«

Georg Philipp Telemann, The Grand Concertos for Mixed Instruments Vol. 4 / cpo
"Georg Philipp Telemann, The Grand Concertos for Mixed Instruments Vol. 4 / cpo"

06.04.2017
»zur Besprechung«

Carl Friedrich Abel, 6 Symphonies op.VII / cpo
"Carl Friedrich Abel, 6 Symphonies op.VII / cpo"

10.11.2015
»zur Besprechung«

The English Flute, The Virtuoso Recorder III / cpo
"The English Flute, The Virtuoso Recorder III / cpo"

Anzeige

Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Anzeige