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Trio Koch

Luxemburg. Trio für zwei Violinen und Klavier


Diskographie [1]

Text

Im familiären Gleichklang

Das Trio Koch mit französischer Kammermusik im „Piano Salon Christophori“

Im familiären Gleichklang

Das Trio Koch mit französischer Kammermusik im „Piano Salon Christophori“ in Berlin

Pariser Flair erfüllt den „Piano Salon Christophori“ im tristen Berliner Wedding. Mit einem französischen Programm aus Spätromantik und früher Moderne bringt das Trio Koch den Charme einer Epoche zu Gehör, die so reich an Zwischentönen und Schattierungen der musikalischen Hauptströmungen war, so fantasievoll und aufbruchsfreudig wie wohl nie wieder. Charmant auch, wie sich die musikalische Familie einander und dem Publikum spielfreudig zuwendet. Vater Philippe, Konzertmeister der Luxemburger Philharmoniker und Violinprofessor am Conservatoire Royal in Lüttich, hält die Fäden fest in der Hand, Tochter Laurence, die bei ihm studierte, ist für die ganz feinen und delikaten Violinklänge zuständig, während Sohn Jean-Philippe am Klavier für ebenso transparente wie klar strukturierende Unterstützung sorgt.

Die Balance in dieser seltenen Besetzung, das Geben und Nehmen der Dialoge gestaltet sich bei solch familiärem Gleichklang besonders glücklich. So kann die liebenswürdige Sonate op. 15 von Darius Milhaud - das erste Kammermusikwerk, das der junge Komponist gelten ließ – hellen Glanz entfalten. Hier umschlingen und umschmeicheln sich die Violinen in zarten Girlanden, die sich vom Impressionismus zum Neoklassizismus vortasten. Ungleich schärfer geschnitten ist die Sonatine von Bohuslav Martinů, zeigt den seit 1923 in Paris lebenden tschechischen Komponisten von Strawinsky beeinflusst. Kontrastreich heben sich die Interpreten mit kantigen, akzentuiert gegeneinander verschobenen Rhythmen voneinander ab; reizvolle Farbunterschiede der beiden Geigen prägen das Andante. Die wilde Jagd des Scherzos, das komplex gebaute Finale sind virtuos bewältigte Kraftakte – ein vielgestaltiges Werk in einer ganz eigenen Sprache ist zu entdecken. Die ist in der Suite g-Moll (1898) von Moritz Moszkokwsi hochromantisch und zugleich auf barocke Traditionen zurückgehend, bei horrenden technischen Anforderungen schwungvoll und hochpräzise dargeboten. Ein wenig Pariser Salongeist weht auch in diesem Werk, ein Jahr nach Übersiedlung von Moszkowski von Berlin in die französische Hauptstadt, wo er Schwiegersohn der Komponistin Cecile Chaminade wurde. Den begeisterten Beifall erwidern die sympathischen Künstler mit zwei Zugaben, dem fetzigen „Czardas“ von Vittorio Monti und einem gefühlvollen „Präludium“ von Dmitri Schostakowitsch.

Isabel Herzfeld [31.3.2016]

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