Nikolaus Harnoncourt: Biographie
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Nikolaus Harnoncourt

Dirigent

* 06.12.1929 in Berlin
† 05.03.2016 in St. Georgen

Am 6. Dezember 2014 wurde Nikolaus Harnoncourt 85 Jahre alt. Bevor er als Dirigent international bekannt wurde, war er 17 Jahre lang Cellist bei den Wiener Symphonikern. 1953 gründete er das Ensemble Concentus Musicus Wien, mit dem er Musik des 16. und 17. Jahrhunderts nach gründlichem Quellenstudium in der Ästhetik ihrer Zeit und auf historischen Instrumenten aufführt. Das war damals völlig neu und kam einer Revolution gleich. Seitdem hat sich das musikalsische Bewußtsein für die Alte Musik verändert, viele Gesinnungsgenossen folgten Nikolaus Harnoncourt, der inzwischen neben seinem Concentus Musicus auch die Berliner Philharmoniker, das Concertgebouw Orchestra und die Wiener Philharmoniker dirigiert. Unvergessen sind sein Monteverdi- und Mozart-Zyklus am Opernhaus Zürich sowie seine Opernaufführungen von Schubert, Offenbach, Händel u.a. Zwei Mal gestaltete er sehr erfolgreich das Wiener Neujahrskonzert und auch hier gelangen ihm eine „neue Sicht“ auf die Walzer von Johann Strauss und seine Zeitgenossen. Seine umfangreiche Diskographie entstand seit den sechziger Jahren exklusiv für Warner classics, weitere Aufnahmen erschienen bei BMG. Seine lange, erfolgreiche Laufbahn als musikalischer Erneuerer, Autor und Dirigent wurde vielfach durch Auszeichnungen gewürdigt, darunter u.a. der Ernst-von-Siemens-Musikpreis (2002), das Bundesverdienstkreuz (2003), der Kyoto-Preis (2005) und die Leipziger Bach-Medaille (2007).

Biographie Diskographie [28]

Biographie

1929
geboren in Berlin am 6. Dezember.
1952-68
Cellist der Wiener Symphoniker
1953
Gründung des Concentus musicus (regelmäßige Konzerte und Aufnahmen seit 1957)
1960
Erste Europa-Tournee mit dem Concentus Musicus Wien.
1962
Erste Aufnahme für Telefunken (heute Teldec), die ein internationaler Erfolg werden (Brandenburgische Konzerte von Bach).
seit 1970
Gastdirigent moderner Opern- und Sinfonieorchester (Mailand, Zürich, Amsterdam, Hamburg, Frankfurt, Wien, London u.a.)
1971
Beginn der Einspielung des gesamten Kantatenwerks von J.S. Bach - zusammen mit Gustav Leonhardt - für Teldec. Bis zum Abschluß des ambitionierten Aufnahmeprojektes vergingen fast 20 Jahre.
1972-93
Lehrtätigkeit am Salzburger Mozarteum
1980-1989
Beginn des vielgerühmten Mozart-Zyklus mit Jean-Pierre Ponnelle in Zürich. Erste Oper ist Idomeneo, letzte Oper La clemenza di Tito.
1982
Beginn der Zusammenarbeit mit dem Amsterdamer Concertgebouw Orchester.
1982/1984
Buchveröffentlichungen: Musik als Klangrede o Der musikalische Dialog (Residenz Verlag)
1985
Gründung des Festivals "styriarte" in Graz. Harnoncourt sagt seine jahrliche Mitarbeit zu.
ab 1991
Regelmäßige Zusammenarbeit mit den Berliner Philharmonikern.
1992-1996
1992 Debüt bei den Salzburger Festspielen mit Beethovens Missa Solemnis. Bis 1996 regelmäßige Teilnahme an den Salzburger Festspielen.
2001
Niklaus Harnoncourt dirigiert erstmals das Wiener Neujahrskonzert. Der Kanton Zürich stiftet einen "Nikolaus Harnoncourt-Preis", der alle zwei Jahre an einen Nachwuchskünstler vergeben werden soll.
2002
Verleihung des Siemens-Musikpreises 2002 für sein Lebenswerk sowie des Bremer Musikfest-Preises. Dirigat der Neuinszenierung des Don Giovanni bei den Salzburger Festspielen (Regie: Martin Kusej). Teldec sagt die Aufnahme der 9. Bruckner Sinfonie mit den Wiener Philharmonikern ab, die im Anschluß an das Salzburger Festspielkonzert hätte stattfinden sollen. Die Wiener Philharmoniker produzieren die Aufnahme zunächst auf eigene Kosten, um sie später einem Label anzubieten.
2003
Nikolaus Harnoncourt dirigiert zum zweiten Mal das Wiener Neujahrskonzert, das in 40 Länder im TV übertragen wird. 50jähriges Bestehen des Concentus Musicus Wien. Abschluß eines langfristigen Schallplattenvertrages mit BMG, dessen erste VÖ die neunte Sinfonie von Bruckner in der dreisätzigen Fassung plus der unvollendeten Finalskizzen ist, die Harnoncourt auf einer Extra-CD spielen läßt und in dt./engl. kommentiert. Dirigat von "La clemenza di Tito" bei den Salzburger Festpsielen (Regie: Martin Kusej) und Wiederaufnahme des "Don Govanni" in Salzburg. Aufführung des Oratorien-Fragments "Lazarus" von Schubert beim Musikfest Bremen. Verleihung des Großen Verdienstkreuzes mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland durch Johannes Rau - vertreten durch den Deutschen Botschafter in Österreich - am 25.09.2003. Große USA Tournee mit Konzerten in Cleveland, Chicago, Boston, Philadelphia, Washington, New York.
2004
Auszeichnung mit dem Telemann-Peis der Stadt Magdeburg.
2005
Auszeichnung mit den mit 50 Millionen Yen (380.000,- Euro) dotierten Kyoto-Preis für sein Lebenswerk.
2007
Die Bach-Medaille der Stadt Leipzig erhält Nikolaus Harnoncourt für ein Lebenswerk verliehen, das unmittelbar mit der Musik Johann Sebastian Bachs verbunden ist.
2009
80. Geburtstag von Nikolaus Harnoncourt am 6. Dezember. Am Vorabend dirigierte er die Premiere von Joseph Haydns Oper Il mondo della luna am Theater an der Wien, die Tobias Moretti inszenierte (weitere Vorstellungen am 7., 9., 11., 13. und 22. Dezember).
2011
Zum ersten Mal in ihrer langjährigen Geschichte verleiht die Hochschule für Musik und Tanz Köln einen Ehrendoktortitel an Nikolaus Harnoncourt, der 20 Jahre lang als Professor für Aufführungspraxis an der Musikuniversität Mozarteum in Salzburg unterrichtete.
2012
Nikolaus Harnoncourt ist zum Offizier der französischen Ehrenlegion ernannt worden.
2014
Vor der Anspielprobe im Wiener Musikverein am 7. März 2014, haben die Berliner Philharmoniker als Ausdruck ihrer Verbundenheit Nikolaus Harnoncourt in den Kreis der Ehrenmitglieder des Orchesters aufgenommen.
2015
Nikolaus Harnoncourt leitet das urprünglich mit Lorin Maazel geplante Konzert mit den Wiener Philharmonikern bei der Mozartwoche 2015 als Gedenkkonzert für den verstorbenen Dirigenten. Im Oktober Konzertabesage aufgrund gesundheitlicher Probleme im Wiener Konzerthaus und in der Mailänder Scala (Beethoven-Konzert).
2016
Tod des Dirigenten am 5. März nach schwerer Krankheit im Alter von 86 Jahren.

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