Dietrich Fischer-Dieskau: Biographie
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Dietrich Fischer-Dieskau

dt. Sänger (Bariton)

* 28.05.1925 in Berlin
† 18.05.2012 in Berg

Am 28. Mai 2015 wäre der Bariton und Dirigent Dietrich Fischer-Dieskau 90 Jahre alt geworden. Kaum ein anderer Sänger hat in nahezu fünf Jahrzehnten die Kunst des Gesanges so sehr geprägt. Auf der Opernbühne und als vielseitiger Lied- und Konzertsänger hat Fischer-Diskau Maßstäbe gesetzt und ein Millionenpublikum in aller Welt begeistert. Aber auch als Dozent, Dirigent, Rezitator, Buchautor und Maler hat sich Dietrich Fischer-Dieskau mit Erfolg betätigt. Er war ein Künstler, dem jedes einseitige Spezialistentum fehlte, der durch Universalität und Facettenreichtum immer wieder überraschte. Das künstlerische Schaffen dieses Ausnahmesängers ist in unzähligen Aufnahmen dokumentiert. Bei Orfeo liegen Live-Mitschnitte von den Salzburger Festspielen und aus der Bayerischen Staatsoper vor, bei der Deutschen Grammophon hat er allein über 3.000 Lied-Aufnahmen von über 150 Komponisten eingespielt, darunter die kompletten Liederzyklen von Franz Schubert, Robert Schumann und Hugo Wolf. Dietrich Fischer-Dieskau ist vielfach für sein Lebenswerk geehrt worden und erhielt u.a. im Jahre 2003 den japanischen „Praemium Imperiale“, 2004 den schwedischen „Polar Music Prize“, die Meistersinger-Medaille und den 2009 Ehrenpreis der Stadt München.

Biographie Diskographie [86]

Biographie

1925
geboren am 28.5. in Berlin als jüngster von drei Söhnen eines promovierten Altphilologen und Oberstudiendirektors und einer Lehrerin. Ein Vorfahre der Familie war der sächsische Kammerherr von Dieskau, für den J.S. Bach 1742 seine "Bauernkantate" schrieb. Fischer-Dieskau erhält früh Klavier- und Gesangsunterricht in seiner Heimatstadt bei Georg Walter und nach dem 2. Weltkrieg bei Hermann Weissenborn.
1943
Abitur, anschließend wird er zum Militär eingezogen. Von 1945-1947 in amerikanischer Kriegsgefangenschaft in Italien.
1947
Erster öffentlicher Auftritt (ohne vorherige Probe als "Einspringer" für einen erkrankten Kollegen) in Ein deutsches Requiem von Brahms in Badenweiler. Erster "offizieller" Auftritt bei einem Liederabend in Leipzig.
1948
Bühnendebüt als Marquis von Posa (Don Carlos) an der Städt. Oper Berlin.
1949
Debüt als Wolfram (Tannhäuser) an der Städt. Oper Berlin.
1951
Uraufführung von Zilligs "Troilus und Cressida". Debüt bei den Salzburger Festspielen mit Mahlers "Lieder eines fahrenden Gesellen" unter Wilhelm Furtwängler.
1952
Jochanaan (Salome) in Berlin. Debüt bei den Edinburgher Festspielen
1953
Titelpartie in Don Giovanni unter Karl Böhm
1954
Titelpartie in der legendären "Falstaff"-Aufführung an der Wiener Staatsoper in der Regie von Lucchino Visconti.
1954-1956
Jährliche Engagements bei den Bayreuther Festspielen als Heerrufer (Lohengrin), Wolfram (Tannhäuser), Kothner (Meistersinger) und Amfortas (Parsifal).
1955
Doktor Faust von Busoni
1957
Solopartie beim Brahms-Requiem unter Herbert von Karajan bei den Salzburger Festspielen.
1956
Debüt bei den Salzburger Festspielen als Almaviva in Mozarts Figaros Hochzeit.
1961
UA von Henzes Elegie für junge Liebende.
1963
Danton von Gottfried von Einem, Barak in Die Frau ohne Schatten von R. Strauss bei der Wiedereröffnung der Bayerischen Staatsoper.
1964
Debüt als Macbeth bei den Salzburger Festspielen. Carnegie Hall Debüt in New York.
1965
Mandryka (Arabella) an der Covent Garden Opera, London.
1975
Debüt als Hans Sachs unter Eugen Jochum in Berlin.
1973
Beginn der Karriere als Dirigent (und Sprecher) durch Einspringen für den erkrankten Otto Klemperer bei einer EMI-Aufnahme mit Jörg Demus (Klavier) von Brahms' Die schöne Magelone.
1978
UA von "Lear" von Aribert Reimann am Münchner Nationaltheater.
1979-1992
Fischer-Dieskau füllt wie selbstverständlich alle großen Konzertsäle der Welt. Er tritt vor allem an der Deuschen Oper Berlin, der Bayerischen Staatsoper, Der Wiener Staatsoper und der Londoner Covent Garden Opera auf, ist als Liedsänger und Konzertsänger auf allen großen Festivals und gibt Meisterklassen. Am 31.12.1992 verabschiedet er sich nach 45 aktiven Jahren und ist als Dirigent, Rezitator und Autor tätig.
1981
Auf Wunsch des Regisseurs Peter Beauvais übernimmt er in der TV-Verfilmung von Kleists Das Käthchen von Heilbronn die Rolle des Kaisers.
1992
Konzertante Aufführung von Hector Berlioz' La damnation de Faust unter Charles Dutoit an der Deutschen Oper Berlin.
2000
Deutsche Grammophon ehrt den Künstler zum 75. Geburtstag mit einer 20 CDs umfassenden Fischer-Dieskau-Edition. Im Hans Schneider Verlag,Tutzing, erscheint von Monika Wolf das Buch. Dietrich Fischer-Dieskau. Verzeichnis der Tonaufnahmen.
2002
Am 17.9.2002 wird bekannt, dass er für sein Lebenswerk den renommierten japanischen Kunstpreis "Premio Imperiale" erhält.
2003
Zum 100. Todestag von Hugo Wolf veröffentlicht Fischer-Dieskau im Henschel-Verlag eine Biographie des Komponisten mit dem Titel: "Hugo Wolf. Leben und Werk". Bei den Salzburger Festspielen tritt er erstmals als Dirigent auf und zwar mit jenem Werk, mit dem er 1951 dort debütierte: Dem Requiem von Johannes Brahms. Solisten sind seine Frau, Julia Varady und Thomas Hampson.
2004
Auszeichnung mit dem schwedischen Polar-Musikpreis.
2005
Auszeichnung mit der Meistersinger-Medaille.
2009
Ehrenpreis der Stadt München, Auszeichnung mit der Goethe-Medaille.
2012
Der Sänger stirbt am 18. Mai 2012 in Berg am Starnberger See.

Rollen und Besetzungen:

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