Berliner Philharmoniker: Biographie
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Berliner Philharmoniker

* 1887 in Berlin

Biographie Diskographie [29] Texte [1]

Biographie

1882
Benjamin Bilse - selbst einst Miglied im Orchester des Walzerkönigs Johann Strauß - unternimmt mit seiner Kapelle, die überwiegend Tanz- und Unterhaltungsmusik in Gaststätten und Ballsälen spielt im Frühjahr 1882 eine Gastspielreise nach Warschau. Das Honorar ist gering - die Reise soll per Bahn vierter Klasse vonstatten gehen. Das ist für den Großteil seiner Musiker der Moment, sich von Bilse zu trennen und ein neues Orchester unter dem Namen "Frühere Bilsesche Kapelle" zu gründen.
1887
Die "Frühere Bilsesche Kapelle" hat wirtschaftliche Probleme. Der Berliner Konzertagent Hermann Wolff schafft es, sie zu überwinden. Er bennent die Kapelle in "Berliner Philharmonisches Orchester" um. Das Orchester tritt in einer umgebauten Rollschuhbahn auf. Hans von Bülow formt das Orchester, mit dem er fünf Jahre als Dirigent arbeitet.
1895-1922
Für 27 Jahre - bis zu seinem Tod 1922 - übernimmt der bedeutende Dirigent Artur Nikisch die Leitung des Orchesters. Unter seiner Führung gewinnt das Orchester bereits internationale Geltung. Die berühmtesten Solisten und Dirigenten treten mit dem Orchester auf.
1890-1895
Der Dirigent Hans von Bülow, langjähriger Chef der Meininger Hofkapelle und Wagner-Uraufführungs-Dirigent übernimmt die Leitung des jungen Orchesters.
1922-1952
Nach dem Tod von Artur Nikisch wählen die Philharmoniker den jungen Wilhelm Furtwängler zum Nachfolger. Er wird bald zum bewunderten Dirigenten-Star, mit dem das Orchester erfolgreiche Tourneen unternimmt und seinen Ruf als eines der besten Orchester der Welt weiter festigt. Ab 1930 gerät aber auch das Orchester und sein Chefdirigent ins Visier der Nationalsozialisten. Das Orchester verliert durch den Rassenwahn der Machthaber zahlreiche Musiker, die in die Emigration gehen müssen. Gleichzeitig wird es als Vorzeigeobjekt für die offizielle Kulturpolitik instrumentalisiert. Nach dem Ende des 2. Weltkriegs geben die Philharmoniker in der vom Krieg zerstörten Stadt bereits am 26. Mai 1945 im Titania-Palast ein Konzert unter der Leitung von Leo Borchard. Im August des gleichen Jahres wird Borchard versehentlich von einem Besatzungssoldaten erschossen, weshalb ein junger, noch weitgehend unbekannter Dirigent, der Rumäne Sergiu Celibidache die vakante Dirigentenstelle einnimmt. Er begeistert die Musiker und das Publikum durch seine vitale, temperamentvolle Art. Wilhelm Furtwängler kann erst nach seiner Entnazifizierung 1947 das Orchester erneut dirigieren. Ab 1952 übernimmt er wieder die Leitung als Chefdirigent.
1954
Im November 1954 stirbt Wilhelm Furtwängler.
1955
Im April wählen die Berliner Philharmoniker Herbert von Karajan zum Chefdirigenten auf Lebenszeit. Es beginnt eine Ära mit zahlreichen Neuerungen, darunter vor allem eine umfangreiche Aufnahmetätigkeit und Medienpräsenz.
1967
Gründung der Salzburger Osterfestspiele, durch die das Orchester die Möglichkeit bekommt, sich auch als Opernorchester zu profilieren. Neu ist auch die Einrichtung einer Orchester-Akademie für den begabten Nachwuchs, damit junge Musiker auf die hohen Anforderungen im Orchesterspiel vorbereitet werden.
1963
Bau der neuen Philharmonie in West-Berlin durch den Architekten Hans Scharoun.
1987
Die Philharmonie bekommt einen Kammermusiksaal.
1989
Nach fast 35-jähriger Leitung als Chefdirigent stirbt Herbert von Karajan im Juli. Sein Nachfolger wird Claudio Abbado, der das Orchester erstmals 1966 leitete und hohe internationale Wertschätzung genießt.
1998
Im Februar gibt Claudio Abbado bekannt, dass er seinen Vertrag über die Spielzeit 2001/2002 hinaus nicht verlängern wird.
1999
Im Juni wählt das Orchester mit großer Mehrheit Sir Simon Rattle zum neuen Chefdirigenten.
2002
Zum 1. Januar wird das Orchester in die öffentlich-rechtliche Stiftung Berliner Philharmoniker umgewandelt. Das Orchester hat derzeit 128 Planstellen. Mit dem Amtsantritt von Sir Simon Rattle gibt es das Förderprogramm Zukunft@BPhil, mit dem sich das Orchester insbesondere an ein junges Publikum wendet.
2005
Sechswöchigen Asien-Tournee, die im November 2005 von Berlin nach Peking, wo das Orchester zuletzt vor 26 Jahren gastierte, weiter nach Seoul, der Hauptstadt Südkoreas, nach Hongkong, Shanghai, Taipei und schließlich als letzte Station, nach Tokio ging.
2007
Für ihr Education-Projekt wurden die Berliner Philharmoniker und Sir Simon Rattle zu Unicef-Botschaftern ernannt, eine Auszeichnung, mit der das Orchester im November 2007 in New York im Rahmen des Festivals "Berlin in Lights" in der Carnegie Hall während einer 10-tägigen Residency des Orchesters geehrt wurde.
2008
Im Februar kommt der Film "Trip to Asia" in die deutschen Kinos, der während Südost-Asien-Tournee des Orchesters 2005 gedreht wurde. Aus der Fülle des gewonnenen Materials – 300 Stunden Rohmaterial, 35 ausführliche Musikerinterviews – hat Regisseur Thomas Grube eine dramaturgisch stimmige Dokumentation gemacht, die nicht nur kaleidoskopartig schöne Bilder zeigt, sondern tiefer gehende Einblicke in das hochkomplexe Gemeinwesen Berliner Philharmoniker gibt und gleichzeitig die Sicht auf individuelle Persönlichkeiten im Orchester ermöglicht.

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