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Staatstheater Cottbus

Opernhäuser insgesamt: 117

 

Theatergeschichte ↓ zur Geschichte des Opernhauses

Anschrift:
Deutschland
Karl-Liebknecht-Str. 136
D 03046 Cottbus
Brandenburg
Tel.:
Fax:
eMail → service@theater-cottbus.de
Homepage: → www.staatstheater-cottbus.de
Ticketinfo:Besucher-Service:
0355-78 24 170 (Di-Fr: 10.00 - 18.00 Uhr, SA: 10.00 - 12.00 Uhr)
Spielstätten: Staatstheater Cottbus
Theaterscheune Stöbitz

Geschichte

Vergleichsweise lange, nämlich bis zm 1. Oktober 1908, mußten die Bürger von Cottbus warten, bis sie ihr erstes festes Theater erhielten. Anders als Städte mit höfischer Kultur konnte man erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit Lessings Lustspiel Minna von Barnhelm die Eröffnung eines eigens zu Theaterzwecken errichteten Gebäudes feiern. Bis dahin gaben Wandertruppen regelmäßig Gastspiele in Cottbus, vorwiegend im Saal des Gasthofes „Goldener Ring“ am Altmarkt. Unzufrieden mit dieser Situation – die Örtlichkeit war zum einen nicht repräsentativ, zum anderen waren aufwendigere Produktionen, wie etwa die Große Oper, nicht realisierbar –, nahm schließlich das ökonomische wie politisch erstarkte Bürgertum das „Schicksal“ in die eigenen Hände und errichtete nach einem Entwurf des Berliner Architekten Bernhard Sehring, der bereits 1896 mit dem Theater des Westens in Berlin für großes Aufsehen und lebhafte Auseinandersetzungen gesorgt hatte, am Schillerplatz sein eigenes Theater mit einem festen Schauspiel- und Operetten-Ensemble. Es entstand eines der europaweit schönsten, im sezessionistischen Jugendstil errichteten Theater. War das Haus zunächst an Theaterdirektoren verpachtet worden, ging es 1927 ganz in die Verwaltung der Stadt über, die von da an einen Intendanten berief. Die Gattung Oper hatte es aber von jeher schwer in Cottbus. So überwogen im Spielplan Lustspiele und Operetten, die erst 1912 ins Leben gerufene ständige Oper konnte allerdings aus Kostengründen nicht gehalten werden und etablierte sich erst wieder 1922. Obwohl die leichte Unterhaltung stets die Oberhand behielt, mußte das Theater permanent gegen die Schließung kämpfen. Das Jahr 1933 brachte in Cottbus keinen Intendantenwechsel. In der Spielzeit 1937/38 ist dann auch erstmals eine eigene, aus acht Mitgliedern bestehende Tanzgruppe am Theater in Cottbus engagiert. 1941 kam es dann schließlich doch zu einem Intendantenwechsel: Hans Thiede wurde mit dem Vorwurf, „nationales Ansehen“ zu schädigen, entlassen.

Nachdem Josef Goebbels zum 1.9.1944 die Schließung aller Theater des Reiches verfügt hatte, stellte auch das Cottbuser Stadttheater am 31.8.1944 mit einem „bunten Abend“ seinen Betrieb ein. Bis zum Kriegsende diente das Theatergebäude als Lagerstätte für Sprengstoff und Munition, es überstand die Luftangriffe auf Cottbus und die letzten Kriegstage mit relativ geringen Schäden. Bereits am 23.6.1945 feierte man mit einem „bunten Abend“ die Wiedereröffnung des Theaters. Die folgenden Jahre bis 1951 waren von häufigen Intendantenwechseln geprägt. Wieder mußte zunächst um Publikum gekämpft werden, das hauptsächlich in die Operettenvorstellungen strömte. 1957 wurde die Kammerbühne eröffnet, die Einstufung des Stadttheaters Cottbus in die Bedeutungsstufe I sowie die Erweiterung des Ensembles folgten. Ab der Spielzeit 1960/61 nannte sich das Stadttheater offiziell Theater der Stadt Cottbus. Betont wurde stets die Entwicklung vom bürgerlichen Theater hin zum sozialistischen. In die Zeit der Intendanz von Johannes Steurich fielen die komplette Renovierung und Modernisierung des Jugendstiltheaters, die fünf Jahre in Anspruch nahmen. Als Interimsspielstätte diente das „Haus der Bauarbeiter“. Das Orchester wurde 1988 zum Philharmonischen Orchester ernannt. 1989 wurde das Theater dann kurzfristig zur politischen Bühne, Diskussionsort und Treffpunkt für die erste Montagsdemonstration in Cottbus, die am 30.10.1989 stattfand. Im Sommer 1998 ging das Gerücht über die Schließung des Theaters aus Kostengründen um ? es erfolgte jedoch mit Wirkung vom 1.1. 1991 die Ernennung zum Staatstheater, dem einzigen im Land Brandenburg, und damit die Subventionierung seitens des Landes und der Stadt. Seit der Spielzeit 1992/93 liegt die Leitung des Staatstheaters Cottbus in den Händen von Christoph Schroth. Neben dem Großen Haus am Schillerplatz und der Kammerbühne werden die Theaterscheune in Ströbitz und im Sommer der Marstallhof im Schloß Branitz als Spielstätten genutzt und auch Open-air-Konzerte angeboten. Das Staatstheater Cottbus umfaßt heute die Sparten Schauspiel, Philharmonisches Orchester und Musiktheater mit dem Opernchor (verbunden mit Extrachor und zum Teil mit der Singakademie) und dem Ballett. (aus: Spielzeitheft 1998/ 1999)

Zonenrand-Ermutigung

Christoph Schroths Konzept eines Bürger-Theaters, eines „Theaters der sozialen Aktion“ hat sich – nimmt man die erheblich gesteigerte Auslastung des Hauses als Maßstab – ganz offensichtlich als tragfähig erwiesen. Unentwegt sucht man in Cottbus nach neuen Formen und Inhalten der Begegung mit den Zuschauern, ist man bemüht, ein direktes, lebendiges Verhältnis zum Publikum herzustellen. Diese Anstrengungen kulminieren einmal im Jahr in einer „Zonenrand-Ermutigung“. Erstmals 1994 unter dem Motto „Verwandlungen – Ein deutsches Wochenende“ mit 17 Premieren zum Thema an einem Wochenende veranstaltet, fand die Reihe 1995 mit einer „Brecht-Nacht“ (Brecht nonstop von Samstag 14.00 Uhr bis Sonntag 6.00 Uhr) ihre Fortsetzung. 1996 folgten dann mit der „Narrenwelt“ 17 Inszenierungen an einem Abend, z.T. parallel auf Vor-, Hinter- und Seitenbühne und in allen Ecken und Winkeln des Hauses sowie 1997 mit der „4. Zonenrand-Ermutigung – Jugend trifft Theater“ mit 11 Workshops, 6 Gegenwartsstücken und Shakespeares Hamlet an zwei Tagen. In der Spielzeit 98/99 finden sie unter dem Motto „Gegenwarten“ vom 12. bis 21. März 1999 statt. Geplant sind 14 verschiedene Stücke an einem Abend, davon 7 als Uraufführung und eine deutsche Erstaufführung.

Gegenwart

„Wenn die Menschen das Gefühl haben, daß im Theater ihre Fragen verhandelt werden – dann ist eine Situation wirtschaftlicher Depression wie wir sie hier haben, keineswegs ein Hinderungsgrund für eine erfolgreiche Arbeit am Theater“, dies sagt Anne Heym, die Leiterin der Abteilung PR/Marketing im Staatstheater Cottbus. Und Anne Heym weiß, wovon sie spricht. Nachdem sich die wirtschaftliche Situation nach dem Zusammenbruch der DDR dramatisch verschlechtert hatte, in der einstigen Hauptstadt der blühenden Industrieregion die Arbeitslosenquote im Februar diesen Jahres 20,5 Prozent, im gesamten Einzugsgebiet gar Werte über 30% erreicht hatte, konnte Intendant Christoph Schroth seit seinem Amtsantritt die Auslastung von 62% auf nunmehr 75% steigern. Wirtschaftliche und soziale Not muß also nicht zwangsläufig einen Rückgang der Besucherzahlen zur Folge haben. Voraussetzung scheint allerdings zu sein, daß ein Theater sich in allen Sparten nach (neuen?) „Wirkungsmöglichkeiten“ umsieht, ständig „die eigene Rolle in der Region“ hinterfragt, Identität befördert, aber auch unterhalten und anregen kann.

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