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Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin

Opernhäuser insgesamt: 117

 

Theatergeschichte ↓ zur Geschichte des Opernhauses

Anschrift:
Deutschland
Alter Garten 2
D 19055 Schwerin
Mecklenburg-Vorpommern
Tel.:0385 / 5300-123
Fax:0385/ 5300-129
eMail → Meckl.BesucherRing-Schwerin@gmx.net
Homepage: → www.theater-schwerin.de
Ticketinfo:
Spielstätten: Auf dem Alten Garten
E-Werk
Foyer-Café
Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin
Mueß Freilichtmuseum
Paulskirche

Geschichte:

Die Schweriner Musik- und Theatergeschichte beginnt am 17. Juni 1563. An jenem Tag nämlich berief Herzog Johann Albrecht I. von Mecklenburg-Schwerin David Köler als Hofkapellmeister und beauftragte ihn mit der Gründung einer Hofkapelle. Die daraus hervorgegangene Mecklenburgische Staatskapelle Schwerin darf somit als das drittälteste Orchester Deutschlands gelten. Die Mitwirkung der Hofmusikanten bei „Comödien“ ist ab 1662 belegt. 1701 besteht die Hofkapelle unter Johann Fischer aus 12 Mitgliedern. Zu dieser Zeit existieren in Schwerin verschiedene Theater-Spielstätten, in denen wandernde oder zeitweise ansässige Theatergruppen auftreten. 1754 wird Johann Wilhelm Hertel, ein Musiker der Frühklassik Schweriner „Hof- und Kapellkompositeur“. Im Jahre 1767 muß die Hofkapelle für 70 Jahre ihren Sitz in der neugeschaffenen herzoglichen Residenz Ludwigslust nehmen. 1789 wird Franz Anton Rösler, genannt Rosetti, zum Hofkapellmeister ernannt. Ab etwa 1790 gibt es in Ludwigslust Opernaufführungen, darunter Werke von Benda, Paisiello und Méhul, etwas später die systematische Pflege der Opern von Gluck, Haydn, Beethoven und Weber.

Mit der Rückverlegung der herzoglichen Residenz von Ludwigslust nach Schwerin im Jahre 1836 wird in Schwerin das erste Theater eröffnet, zu dessen Intendant Hofrat Zöllner ernannt wurde. Das von Georg Adolph Demmler am Standort des heutigen Theaters im klassizistischen Stil errichtete Gebäude brannte 1882 ab, woraufhin sofort am Bahnhofsvorplatz ein Interimsgebäude aus Holz mit 1100 Plätzen errichtet wurde. Gleichzeitig begann der Neubau des heutigen Theaters am Alten Garten, unter der Leitung von Georg Daniel und unter der Mitwirkung von Gustav Hamann und Karl Raspe.

1840 fand unter der Leitung von Felix Mendelssohn Bartholdy mit 150 Musikern und 340 Chorsängern das erste Schweriner Musikfest statt. 1852 wurde schließlich mit Tannhäuser die erst Oper von Richard Wagner auf die Bühne gebracht. 1853 folgte Der Fliegende Holländer und 1854 Lohengrin.

Kein Geringerer als der Komponist Friedrich von Flotow wurde 1855 für sieben Jahre Nachfolger von Zöllner als Intendant am Schweriner Theater. Er setzte das Engagement von Georg Alois Schmitt als Hofkapellmeister durch, der in seiner Amtszeit von 1856 bis 1892 entscheidenden Einfluß auf das Musikleben Schwerins hatte. Unter seiner Ägide wurden die Musikfeste wiederbelebt, Abonnementskonzerte und Kammermusiken eingerichtet und die Wagner-Tradition gefestigt. 1878 wurde nur kurze Zeit nach Bayreuth in Schwerin Richard Wagners Walküre aufgeführt und 1881 standen zum ersten Mal Die Meistersinger von Nürnberg auf dem Schweriner Spielplan.

Am 3. Oktober 1886 konnte das bühnen- und sicherheitstechnisch nach modernsten Gesichtspunkten ausgestattete Großherzogliche Hoftheater mit Glucks Iphigenie in Aulis eröffnet werden. Die technischen Möglichkeiten des neuen Hauses führten allerdings zu einer Veräußerlichung der Inszenierungen. Zur damaligen Zeit wurde die Ausstattung mit elektrischem Licht aus einer eigenen Anlage als Sensation empfunden. 1897-1901 führte Hermann Zumpe, in der Folgezeit Chef der Münchner Oper, die Schweriner Hofkapelle auf einen der ersten Plätze unter den deutschen Orchestern.

Am 15. November 1918 wurde das Hoftheater zum Landestheater und schließlich 1926 zum Mecklenburgischen Staatstheater. Opern von Richard und Siegfried Wagner, Strauss, d’Albert, Schillings, Pfitzner und Krenek bestimmten den Spielplan. 1931 fand schließlich die Uraufführung von Paul Graeners Oper Friedemann Bach mit Walter Ludwig in der Titelpartie statt und 1932 wurde die Neubearbeitung von Haydns Welt auf dem Monde erstaufgeführt und von vielen Rundfunkstationen übertragen. Trotz massiver Einmischung der Nationalsozialisten in die Belange des Spielplans – u.a. wurden Lessings Nathan der Weise und sogar Schillers Wilhelm Tell verboten – konnte man in Schwerin, vor allem im Bereich des Musiktheaters, bedeutende Inszenierungen herausbringen, wie etwa Zar Saltan von Rimsky-Korssakoff, Dr. Johannes Faust von Hermann Reutter, Die Zaubergeige von Werner Egk, Der Arme Heinrich von Hans Pfitzner, Die vier Grobiane und Sly von Ermanno Wolf-Ferrari.

Im Zweiten Weltkrieg blieb das Theater verschont und konnte sofort wieder bespielt werden. Die Saison 1945 begann mit Otto Nicolais Die lustigen Weiber von Windsor. In den folgenden Jahren standen vor allem slawische Volksopern auf dem Programm, darunter Mussorgskys Boris Godunow, Tschaikowskys Zauberin und Mazeppa, Janáceks Jenufa und Katia Kabanova, Orffs Die Kluge, Wagner-Regenys Der Günstling und Egks Columbus. Die musikalischen Geschicke leiteten u.a. die Generalmusikdirektoren Rudolf Neuhaus (1950-1953), Kurt Masur (1958-1960), Heinz Fricke (1960-1962), Klaus Tennstedt (1962-1969) und Hartmut Haenchen (1976-1979). Zwischen 1983 und 1987 wurden verschiedentlich durchgeführte Umbauten, die sich nachteilig auf die Architektur des Hauses auswirkten, wieder rückgängig gemacht. Seit der Spielzeit 1999/2000 hat Joachim Kümmritz die Generalintendanz inne, mit dem Schauspieldirektor Peter Dehler und dem Operndirektor Ivan Törzs.

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