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Pfalztheater Kaiserslautern

Opernhäuser insgesamt: 117

 

Theatergeschichte ↓ zur Geschichte des Opernhauses

Anschrift:
Deutschland
Willy-Brandt-Platz 4-5
D 67657 Kaiserslautern
Rheinland-Pfalz
Tel.:0631 / 3675-209
Fax:
eMail
Homepage: → www.pfalztheater.de
Ticketinfo:Öffnungszeiten Theaterkasse:
Dienstag bis Freitag von 10-13 und 16-18 Uhr
Samstags nur vormittags
(telefonisch jeweils ab 11 Uhr)
Spielstätten: Pfalztheater Kaiserslautern

Geschichte

Sein erstes reguläres Theatergebäude erhielt Kaiserslautern im Jahre 1862. Doch auch schon zuvor gab es Theater in der Stadt, aufgeführt – wie allgemein zu jener Zeit üblich – von fahrenden Komödiantentruppen. Von den Nikolausspielen, Fastnachtsspielen oder Schulspielen in den Klöstern ist allerdings nichts belegbar. Um so ungewöhnlicher nimmt sich die Geschichte des ersten Theaters der Stadt aus.

Der Mühlenbesitzer Andreas Müller nämlich – allgemein nach dem Namen seiner Mühle „Spittelmüller“ genannt – hatte dem Architekten Wilhelm Neu den Auftrag zum Bau eines Theaters erteilt. Der fackelte auch nicht lange: Im März hatte Andreas Müller für 2000 Gulden das Grundstück an der heutigen Ecke Gas- und Karl-Marx-Straße gekauft, am 2. April erfolgte der erste Spatenstich und am 20. Juni 1862 fand bereits die erste Vorstellung statt. Einem Prolog des aus Kaiserslautern stammenden Dichters, Mundartforschers und späteren Speyerer Kreisarchivars Ludwig Schandein folgte Carl Maria von Webers Preziosa. Der Theaterbau war einfach, aber dennoch fanden in den zwei Rängen und im Parkett 1200 Zuschauer Platz. Im Vorderbau befanden sich Restauration und Wohnungen für den Wirt und den Theaterdirektor.

In der Nacht vom 21. auf den 22. Oktober 1867 brannte das Haus bis auf die Grundmauern nieder. Andreas Müller beschloß den Wiederaufbau, und bereits ein Jahr später, im Oktober 1868, stand an gleicher Stelle wieder ein Theater.

Der deutsch-französische Krieg war für die Zweckentfremdung des Theaters verantwortlich, das in der Folgezeit als Heu- und schließlich auch als Brotmagazin genutzt wurde. Der Krieg verschlechterte auch die Situation von Andreas Müller, so daß 1873 das Haus zum Verkauf stand. Kunstinteressierte Idealisten gründeten jedoch eine Aktiengesellschaft und ließen so das Theater in Kaiserslautern weiterleben, das zudem zum Stadttheater mutiert war, denn der Rat der Stadt beschloß eine jährliche Bezuschussung von 800 Gulden und erwarb zudem das Recht, durch allmähliche Übernahme aller Aktien zum Alleinbesitzer des Theaters zu werden. Dies war 1897 der Fall. Nachdem bereits 1887 ein Orchester gegründet worden war, mußte man jedoch sehr bald feststellen, daß die finanzielle Bürde von der Stadt allein nicht getragen werden konnte. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges mieteten weiterhin reisende Theatergruppen das Theater, gaben renommierte Hofbühnen wie jene aus Mannheim, Darmstadt und vor allem Meiningen regelmäßige Gastspiele. 1930 stand das Theater kurz vor der Schließung. Rettung brachte die Gründung der Pfalzoper GmbH im Jahre 1931 unter der Beteiligung von Zweibrücken, Pirmasens, Speyer, Frankenthal, Neustadt und Landau.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Spittelmüllersche Haus am 14. August 1944 von britischen Bomben völlig zerstört. Doch bereits im Oktober 1945 spielte man in Kaiserslautern wieder Theater; nun jedoch in einem Kino, im Capitol an der Ecke Dr. Rudolf-Breitscheid-Straße/Königstraße. Ein weiterer Umzug wurde notwendig, als der Besitzer des Capitol auf seine alten Rechte pochte. So zog man in die Ruine des ehemaligen Protestantischen Vereinshauses und späteren Filmpalast mit Stadtcafé am Fackelrondell um, das schließlich am 30. September 1950 mit Beethovens Fidelio eingeweiht wurde. Was zunächst als Provisorium gedacht war, hielt immerhin 45 Jahre, bis zum 30. September 1995 nämlich, als das zweite „wirkliche“ Theater in Kaiserslautern seiner Bestimmung übergeben werden konnte.

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