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Deutsches Nationaltheater Weimar

Opernhäuser insgesamt: 117

 

Theatergeschichte ↓ zur Geschichte des Opernhauses

Anschrift:
Deutschland
Theaterplatz 2
D 99423 Weimar
Thüringen
Tel.:03643 / 755 334
Fax:03643 / 755 321
eMail → Service@nationaltheater-weimar.de
Homepage: → www.nationaltheater-weimar.de
Ticketinfo:
Spielstätten: Deutsches Nationaltheater Weimar
e-werk

Geschichte

Die Anfänge des Theaters in Weimar reichen zurück bis ins Jahr 1696, als nämlich Herzog Wilhelm Ernst von Sachsen-Weimar 1696 im Ilmflügel des Schloßes einen Opernsaal einrichten ließ. Bis 1774, dem Jahr des Schloßbrandes, spielte hier in der Ägide der Großherzogin Anna Amalia die Seversche Schauspieltruppe, das erste Berufstheater Deutschlands, dem auch Konrad Ekhof angehörte. Die eigentliche Theatergeschichte Weimars aber beginnt 1775 mit dem Liebhabertheater, dessen Aufführungen Johann Wolfgang von Goethe leitete, und in denen er selbst mehr als 20 Rollen spielte. 1779 wurde das erste Komödienhaus gegenüber dem Wittumspalais errichtet, und 1791 erfolgte schließlich die Eröffnung des neuen Hoftheaters, dessen Direktor Johann Wolfgang von Goethe wurde (1792-1817). Zusammen mit Friedrich Schiller führte er das Weimarer Theater, das unter der gemeinsamen Arbeit der beiden Dichter zur renommiertesten Bühne Deutschlands wurde, in ein glänzendes Vierteljahrhundert Theaterkultur. Bedeutende Dramen Schillers und Goethes wurden hier uraufgeführt. Ein sichtbares Dokument dieser sehr fruchtbaren Zusammenarbeit ist das vor dem Nationaltheater Weimar plazierte und 1857 feierlich enthüllte Goethe-Schiller-Denkmal von Ernst Rietschel.

Auch das Musikleben Weimars kam im frühen 18. Jahrhundert zu einer ersten Blüte. Eng damit verbunden ist der Name Johann Sebastian Bach. Eines der wichtigsten Kapitel in der Musikgeschichte Weimars ist aber auch das Wirken der Hofkapelle unter Johann Nepomuk Hummel in der nachklassischen Zeit, dem sogenannten „Silbernen Jahrhundert der Tonkunst“. Es war vor allem Hummel, der die Pflege der Mozart-Opern fortsetzte und der die Reformopern Glucks sowie Werke von Weber, Rossini und Auber ins Repertoire aufnahm. 1842 wurde Franz Liszt zum Hofkapellmeister in Weimar berufen. Er sah sich in dieser Stellung vor allem der Pflege des Neuen in Oper und Konzert verpflichtet. Mit der Förderung von Komponisten wie Richard Wagner, Hector Berlioz, Peter Cornelius und nicht zuletzt durch seine Unterrichtstätigkeit machte Liszt die kleine Residenzstadt an der Ilm zu einem Anziehungspunkt für Musiker aus ganz Europa. 1889 wurde Richard Strauss Kapellmeister in Weimar. Er realisierte die Uraufführung seiner Oper Guntram und insbesondere die Uraufführung von Humperdincks Hänsel und Gretel.

Das Theater in Weimar, so wie man es heute kennt, wurde von 1906 bis 1907 von dem Architekten Professor Max Littmann erbaut und 1908 feierlich eröffnet. 1918 endete in Weimar die höfische Ära. Das Hoftheater wurde Landestheater, die Hofkapelle wurde Weimarische Staatskapelle. Ihren heutigen Namen Staatskapelle Weimar erhielt sie 1988. Am 19. Januar 1919, dem Tag der Wahlen zur verfassungsgebenden Nationalversammlung wurde das Weimarer Theater zum Deutschen Nationaltheater ernannt. Bei einem Luftangriff 1945 wurde das Haus zerstört. Zwischen 1945 und 1948 erfolgte der Wiederaufbau. Wiedereröffnet wurde das Deutsche Nationaltheater Weimar mit Goethes Faust I. Zwischen 1975 und 1978 erfolgte dann die Rekonstruktion des ursprünglichen Zustandes. Von 1997 bis 1999 schloß sich eine Renovierungsphase an; die Wiedereröffnung wurde mit Goethes Faust – Der Tragödie erster und zweiter Teil gefeiert. Eine weitere Umbauphase ist von 2001 bis 2002 geplant.

Politische Arena

Am 21. Januar 1919 gab die Reichsregierung für den 6. Februar die Einberufung der nach Weimar bekannt.Tagungsstätte war das Deutsche Nationaltheater. Hier wurde im August die erste demokratische Verfassung deutscher Geschichte angenommen. Die Weimarer Verfassung ging jedoch bald im Rausch des Nationalen unter. Im Goethe-Jahr 1949 hielt Thomas Mann hier seine berühmte Rede von der Hoffnung, daß „aus den Nöten dieser Übergangszeit... ein neuer Humanismus hervorgehen möge.“ Vierzig Jahre später sollte dieses Wort neue Gültigkeit erhalten. Am 25. Oktober 1990 fand im Deutschen Nationaltheater Weimar die konstituierende Sitzung des Thüringer Landesparlamentes statt.

Kulturhauptstadt Europas

Am 19. Februar 1999 erfolgte die offizielle Eröffnung des Kulturstadtjahres im Deutschen Nationaltheater Weimar.

Das Deutsche Nationaltheater Weimar gehört zu den geschichtsträchtigsten Theatern Deutschlands und beherbergt neben einem exzellenten Schauspiel- und Musiktheaterensemble mit der Staatskapelle Weimar einen der ältesten Klangkörper Deutschlands – und das einzige A-Orchester Thüringens.

Im Laufe seiner wechselvollen Geschichte war das Haus immer wieder Kristallisationspunkt künstlerischer wie politischer Entwicklungen zwischen Avantgarde und Traditionspflege, humanistischen Idealen und ihrem Verrat an propagandistische Zwecke, Sparzwängen und Selbstbehauptungswillen. 2008 wurden das Deutsche Nationaltheater und die Staatskapelle Weimar zum Staatstheater Thüringen ernannt.

Ein breites Repertoire klassischer bis zeitgenössischer Werke aus Schauspiel und Musiktheater sowie hochkarätig besetzte Konzerte prägen den kulturellen Veranstaltungskalender der Klassikerstadt. In den verschiedenen Spielstätten Großes Haus, Foyer, Studiobühne, E-Werk sowie in der Weimarhalle finden jährlich über 650 Aufführungen statt. Dabei spielt die kontinuierliche zeitgenössische Auseinandersetzung mit der deutschen Klassik eine ebenso wichtige Rolle wie die Entwicklung und Uraufführung neuer Stücke und Opern. Das Musiktheater widmet sich zudem in der Reihe „Musiktheater der Zwanziger Jahre“ jede Saison der Wiederentdeckung eines aus dem Repertoire verschwundenen musikalischen Werks aus den 1920er Jahren.

Zudem sucht das Deutsche Nationatheater immer wieder in sozialpolitisch und geschichtlich motivierten Projekten wie der Uraufführung „Vom Lärm der Welt" oder Die Offenbarung des Thomas Müntzer“ sowie der musikalischen Wirtshauskomödie „Schwarze Bären oder Die Erfindung der Republik!“ den Dialog mit der Stadt und die Auseinandersetzung mit den Themen und der Geschichte Weimars.

Mit einem breit gefächerten Programm- sowie theater- und konzertpädagogischen Angebot für Kinder und Jugendliche nehmen das Deutsche Nationaltheater und die Staatskapelle darüber hinaus aktiv ihre Verantwortung wahr, Kinder und Jugendliche spielerisch an Kunst bzw. Theater und deren sozialpolitische Kraft heranzuführen und bietet viele Möglichkeiten, sich auszuprobieren.

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