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Theater Chemnitz

Opernhäuser insgesamt: 117

 

Theatergeschichte ↓ zur Geschichte des Opernhauses

Anschrift:
Deutschland
Käthe-Kollwitz-Str. 7
D 09111 Chemnitz
Sachsen
Tel.:0331-69 69 5
Fax:0371-69 69699
eMail → pressestelle@theater-chemnitz.de
Homepage: → www.theater-chemnitz.de
Ticketinfo:
Spielstätten: Schauspielhaus, Kleine Bühne
Stadthalle, großer Saal
Theater Chemnitz

Geschichte

Eine „sonst unbrauchbare Scheune“ im Hof des Gasthauses „Zur goldenen Sonne“ diente zu Beginn des 19. Jahrhunderts den Bürgern von Chemnitz als Theater. Dem Mißstand abzuhelfen, daß die Musiker „bei kalter und nasser Witterung, oft mit feuchten Füßen 3 bis 4 Stunden sitzen“ mußten und „vor Frost und Kälte das Instrument kaum halten“ konnten – wie in Chroniken der Zeit nachzulesen ist – wurde beschlossen, ein neues Theatergebäude zu errichten. Den Aufruf dazu unterzeichnete 1834 „im Namen des Comitees“ der Chemnitzer Kaufmann Johann Gottfried Kunstmann, der sich bereits als Gründer und Leiter der Singakademie (1817) sowie als Inititator für die Einrichtung des „Stadtmusikchors” (1833) verdient gemacht hatte. Es hieß dort, Chemnitz müsse endlich zu einem Theater kommen, „welches der Stadt zur Zierde, den Unternehmern zur Ehre gereichen wird“.

Am 7. Februar 1838 war es dann schließlich so weit: auf dem Klostergraben konnte das neuerbaute, etwa 1000 Personen fassende „Actientheater“ eröffnet werden, das sich die Chemnitzer Bürger durch den Kauf von Aktien selbst geschaffen hatten. Es gaben hier zunächst nur fahrende Theatergesellschaften Singspiele, Possen, Schauspiele und Opern. Erste Ansätze, ein festes Ensemble in Cemnitz zu installieren gab es erst zu Anfang des 20. Jahrhunderts, als der Rat der Stadt am 16. September 1907 beschloß, das bisher subventionierte und von Max Pohle geleitete „Stadtmusikchor“ als Städtische Kapelle zu übernehmen, damit sie nun in freier Anstellung „ihre Kräfte in Zukunft nur den höchsten musikalischen Leistungen“ zuwenden, „zur Veredelung des Kunstgeschmacks“ beitragen und Tagelöhnerei und Tanzmusikfron“ abstreifen könne, wie Oberbürgermeister Dr. Heinrich Beck anläßlich des Festaktes erklärte.

Das in Chemnitz sich etablierende und zunehmend an Einfluß gewinnende Bildungsbürgertum drängte um die Jahrhundertwende zum Bau eines weiteren Theaters. Zu Beginn des Jahres 1906 begannen nach den Entwürfen des Stadtbaurates Richard Möbius die Bauarbeiten, die am 1. September 1909 mit der Übergabe des neuen Stadttheaters an die Öffentlichkeit zu einem glücklichen Ende gebracht werden konnten. Zur feierlichen Eröffnung wurde in Anwesenheit des sächsischen Königs Friedrich August III. Wallensteins Lager von Friedrich Schiller sowie die Festwiese aus Richard Wagners Meistersingern gegeben. Das neue Haus, das etwa 1260 Besuchern Platz bot, bestach vor allem durch seine Ausgestaltung mit Marmor, durch die Treppenaufgänge sowie die Plastiken „Haß“ und „Liebe“ des Bildhauers Professor Richard König. Für die Finanzierung des Baus und dessen Ausstattung hatten sich insgesamt 182 Persönlichkeiten und Firmen in eine Spendenliste eingetragen. Konzipiert war das Haus zunächst als Mehr-Sparten-Theater, jedoch kam es in der Folgezeit zu einer deutlichen Abgrenzung zwischen den drei Chemnitzer Spielstätten. Während sich das Alte Stadttheater vorrangig dem Schauspiel widmete, das Central-Theater der Operette und dem Varieté, wurde das Neue Stadttheater zur Heimstätte der Großen Oper und des klassischen Dramas.

Die „Ära Tauber“

Im Jahre 1912 übernahm Richard Tauber in der Nachfolge Richard Jesses die Direktion der Stadttheater. In den folgenden 18 Jahren seiner Amtszeit verstand es der Theaterdirektor, durch eine kluge Repertoire- und Engagementpolitik das Chemnitzer Theater an so manchen scharfkantigen Klippen vorbeizusteuern und größere Krisen von seinem Haus fernzuhalten. Richard Tauber baute mit Bedacht ein hochqualifiziertes Ensemble auf, leitete in den Jahren 1924/25 den Umbau des Alten Stadttheaters zum Schauspielhaus, baute das Stammsitzsystem aus, entwickelte nach 1920 eine für ganz Deutschland mustergültige Zusammenarbeit mit Besucherorganisationen und begründete die Maifestspiele in Chemnitz. Als Theaterleiter verfolgte Tauber den Grundsatz, mit Hilfe der Kunst „einer optimistischen Weltanschauung Raum“ zu geben, damit sie der „leidenden Menschheit ein heilender Faktor“ werde. Wer daher „das Theater betritt, lasse mit seinem Werktagsrock auch sein politisches Bekenntnis zu Hause“.

Trotz aller Erfolge betrieben „völkische“ Kräfte die Absetzung des Juden Tauber, bis der Direktor selbst „aus gesundheitlichen Gründen“ seinen Rücktritt erklärte. Die Stadt verabschiedete ihn am 29. Juni 1930 mit der Festaufführung von Wagners Meistersinger von Nürnberg; die musikalische Leitung hatte der Intendant der Berliner Staatsoper Max von Schillings übernommen, ein in Chemnitz oft gefeierter Dirigent und vielgespielter Komponist.

Festspiele in Chemnitz

Bei den 1924/25 von Richard Tauber ins Leben gerufenen Maifestspielen in Chemnitz widmete man sich vorwiegend dem Werk Richard Wagners und Richard Strauss’, wozu immer führende Dirigenten nach Chemnitz kamen: Strauss, von Schillings, Busch, Walter, Blech, Kleiber, Klemperer. Auch hochkarätige Solisten waren zu diesem Anlaß in Chemnitz zu hören: Richard Tauber jun., Leo Slezak, Tino Pattiera, Liesl von Schuch, Eva von der Osten oder Friedrich Plaschke. Auch die Staatsopernensembles aus Dresden, Berlin, Leipzig und Wien gastierten hier. Ergänzt wurden die regulären Festtage durch separate Festwochen für die Komponisten Eugen d’Albert (1923), Hans Pfitzner (1924), Wilhelm Kienzl (1925) und Richard Strauss (1925).

Vor- und Nachkriegszeit

Der Nachfolger von Richard Tauber, der Schauspieler Hans Hartmann, konnte nicht verhindern, daß während seiner Zeit als Generalintendant die Städtische Kapelle auf 50 Mitglieder reduziert wurde. Seitens der Nationalsozialisten wurde Hartmann vorgeworfen, dem Schauspiel ein „...jüdisch-marxistisches Gesicht“ gegeben zu haben. Sein Nachfolger wurde das aktive NSDAP-Mitglied und Schauspieler Karl-Heinz Stein, der „sogleich den Kampf gegen die politischen Gegner im Theater“ aufnahm, bis diese „im März 1933 beseitigt werden konnten“, wie es im Thürmer von Chemnitz heißt. Bei den Bombenangriffen auf Chemnitz wurde noch kurz vor Kriegsende das Opernhaus bis auf die Außenfassade zerstört. Noch 1945 konnten allerdings aufgrund unermüdlichen Einsatzes fünf Ausweichspielstätten bereitgestellt werden. Bis zur Fertigstellung des Opernhauses hatte das Musiktheater seinen Hauptsitz im Marmorpalast, der vor allem nach dem Erweiterungsbau 1949 gute Bedingungen bot. Die Städtischen Theater Chemnitz waren die erste Bühne in der gesamten sowjetisch besetzten Zone, die bereits wenige Monate nach Kriegsende einen regelmäßigen Spielbetrieb durchführte.

Wiederherstellung des Opernhauses

Fünf Jahre hatte die Wiederherstellung des Opernhauses unter der Verantwortung der Architekten Ochs und Henn gedauert. Am 25./26 Mai 1951 konnte schließlich das 1073 Besuchern Platz bietende neue Haus eröffnet werden. Die ersten Vorstellungen galten Beethovens Oper Fidelio und Friedrich Wolfs Drama Der arme Konrad. Pikant ist allerdings, daß der Neubau von den Chemnitzer Bürgern richtiggehend erstritten wurde: er stand nicht im „Plan“ und galt somit als Schwarzbau. Oberbürgermeister Max Müller und Stadtkämmerer Seydel wurden nach Dresden zu einem Disziplinarverfahren zitiert und erhielten wegen „groben Planverstoßes“ eine strenge Rüge bzw. die fristlose Entlassung. Am 2. Januar 1988 wurden schließlich die seit langem fälligen Umbaumaßnahmen in Angriff genommen und unter der federführenden Leitung der Architekten Günter Hauptmann, Jochen Krüger und Karl-Heinz Barth nach der politischen „Wende“ Anfang der 90er Jahre zu einem Abschluß gebracht.

Das „rihalistische Theater“

Alfred Eichhorn sah die Gründe für die weit verbreiteten Zweifel gegenüber der Kunstform Oper in der vorwiegend oberflächlichen und erstarrten Aufführungspraxis, die den Inhalt und Wahrhaftes, Menschliches außer acht ließ. Demgegenüber war seine Intention, nicht Stimmakrobaten, sondern singende Menschendarsteller auf die Bühne zu bringen. Mit diesem erklärten Streben nach Realismus war Alfred Eichhorn ein Vor- und Wegbereiter für die Methode des „realistischen Musiktheaters“, wie Carl Riha es ab 1957 in Chemnitz praktizierte.

Als Assistenz von Walter Felsenstein war Carl Riha, als er 1957 von der Komischen Oper in Berlin zum Theater Chemnitz wechselte, die Methode des realistischen Musiktheaters zur überzeugenden Erfahrung geworden. Es ging Riha um eine Darstellungskunst, die den ganzen Menschen einbrachte, und um die Entwicklung einer neuen Qualität der Zuschauerkunst. Felsenstein nannte es die Aktivierung der Zuschauer zu Partnern, die bereit wären, den schöpferischen Prozeß auf der Bühne mitzuvollziehen und damit auch mitzuverantworten. An seiner Seite reiften eine ganze Reihe von Regisseuren wie Harry Kupfer, Ehrhard Warneke oder Andreas Baumann, die die Felsenstein-Methode weitertrugen und schöpferisch anwandten.

Das ,Bayreuth‘ Sachsens

Die Aufführung von Wagner-Opern hat in Chemnitz eine lange Tradition. Von den frühesten Anfängen an gehörten die Opern Wagners zu den Säulen des Spielplans. So waren beispielsweise in der Spielzeit 1910/11 von 143 Opernaufführungen 42 Wagner-Abende. Eine aufsehenerregende „Tat“ war die sächsische Erstaufführung von Wagners Bühnenweihfestspiel Parsifal am 13. Februar 1914. Jede Saison standen mehrere Opern Wagners auf dem Programm, des öfteren sogar die gesamte Ring-Tetralogie.

War Chemnitz von jeher für Besucher von außerhalb aufgrund des hohen künstlerischen Niveaus interessant, so versucht man nun mit dem neuen Ring-Projekt – dem Rheingold und der Walküre folgten im Herbst 1999 Siegfried und im Frühjahr des Jahres 2000 die Götterdämmerung – diese überregionale Ausstrahlung und Wirkung neu zu beleben. Mit dem geplanten Ring wird Chemnitz das erste und einzige sächsische Haus mit dem kompletten Zyklus sein.

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Entschleunigte Feinfühligkeit, forsche Damenpranke

Edition Stefan Askenase

Noch in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts konzertierte der aus dem galizischen Lemberg stammende Pianist Stefan Askenase reglemäßig in den europäischen Konzertsälen. Das ältere Publikum hatte den Chopin-Interpreten gleichsam abonniert, bei den Jüngeren und im abgehobenen Kreis des deutschsprachigen Kritikernachwuchses galt der zierliche belgisch-polnische Theodor Pollak- und Emil von Sauer Schüler als Vertreter einer konservativen Handhabe, als ein leibhaftiges Fossil vergangener Chopin-Stilistik.

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