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Staatstheater am Gärtnerplatz München

Opernhäuser insgesamt: 117

 

Theatergeschichte ↓ zur Geschichte des Opernhauses

Anschrift:
Deutschland
Gärtnerplatz 3
D 80469 München
Bayern
Tel.:089 - 21 85 19 60
Fax:089 - 20 23 86 84
eMail → tickets@st-gaertner.bayern.de
Homepage: → www.staatstheater-tickets.bayern.de
Ticketinfo: Der Vorverkauf beginnt 1 Monat vor der jeweiligen Vorstellung. Schriftliche Bestellungen, auch per e-mail oder FAX, sind für alle Vorstellungen möglich.
Spielstätten: Akademietheater
Herkulessaal
Metropoltheater
Philharmonie am Gasteig
Staatstheater am Gärtnerplatz
Zerwirkgewölbe

Geschichte

Bereits vor 1863 waren in München Bestrebungen eines Privatkomitees im Gange, als Aktiengesellschaft ein Volkstheater zu bauen. König Maximiliam II. verweigerte noch seine Zustimmung, von König Ludwig II. wurde sie schließlich 1864 erteilt. Die konstituierende Versammlung fand am 10. Juli 1864 statt, mit der Planung des neu zu errichtenden Volkstheaters beauftragte man den Münchner Baumeister Franz Michael Reiffenstuel. Die Grundsteinlegung zum neuen Theater erfolgte bereits am 25. August 1864, dem Geburtstag des Königs, und zwar am Eichthalanger – einer zunächst nicht ganz unumstrittenen Lokalität: „Ein Platz, der ... unpraktischer nicht gewählt werden konnte; ein Blick auf den Plan von München zeigt, daß man die heitere Muse ganz auf die Seite hinausgesetzt hat; ... gewöhnliche Menschenkinder ... werden sich schwerlich entschließen, die halb- oder dreivertelstündigen Kreuz- und Querzüge durch und über schlechte Straßen und Gäßchen recht oft zu unternehmen...“

Die Bauarbeiten begannen am 2. November 1864. Bereits am 27. Mai 1865 wurde das Richtfest gefeiert, und am 4. November 1865 das neue Haus eröffnet. Die Konzeption des Theaterinneren samt Malereien stammt von Eugen Napoleon Neureuther, die Bühnentechnik von Fritz Brandt.

Die wirtschaftliche Entwicklung des Theaters entsprach allerdings nicht den Wünschen und Prognosen, so daß nach mehreren Schließungen und der Bankrotterklärung der Aktiengesellschaft das neuerbaute Haus gar versteigert werden mußte. 1872 übernahm schließlich König Ludwig II. das Theater, das 1873 in „Königliches Theater am Gärtnerplatz“ umbenannt wurde, und somit zur dritten bayerischen Hofbühne avancierte.

Nach diversen baulichen Umgestaltungen, vor allem des Zuschauerraums, wurde das Theater am 30. April 1936 geschlossen, begleitet von Diskussionen um einen Abbruch des Gebäudes und den Neubau eines „Reichsoperetten-Theaters“. 1937 ging das Theater in den Besitz des Freistaats Bayern über und wurde als „Bayerische Staatsoperette“ mit Johann Strauß’ Fledermaus wiedereröffnet. Das Amt des Direktors übernahm Alfred Walter, das des musikalischen Leiters Georg Lippert. Durch Brandbomben wurde das Theater am 16. Juli 1944 beschädigt. Ein weiterer Bombenangriff auf München am 21. April 1945 machte das Haus unbespielbar. Das wiederaufgebaute Theatergebäude wurde am 19. Juni 1948 mit Johann Strauß’ Eine Nacht in Venedig wiedereröffnet. Anläßlich der Richard-Strauss-Festwoche zum 85. Geburtstag des Komponisten kam in Anwesenheit desselben am 11. Juni Der Bürger als Edelmann zur Aufführung.

Unter Generalintendant Rudolf Hartmann erfolgte schließlich 1952 die Fusion von Staatsoper und Staatsoperette. Im März 1968 wurden dann Renovierungsarbeiten in Angriff genommen, im Zuge derer der Zuschauerraum nach den Plänen von 1865 wiederhergestellt, die übertünchten Neureuther-Fresken freigelegt wurden, der Einbau einer Klimaanlage erfolgte, aber auch die Verkleinerung des Orchestergrabens auf die Größe von vor 1952. Die Wiedereröffnung des renovierten Hauses beging man 1969 mit Rameaus Hochzeit der Platäa. 1980 erfolgte dann die Erneuerung der Bühnentechnik sowie die Außenrenovierung durch Rekonstruktion der originalen Reiffenstuel-Fassade von 1865. Die 1964 begonnenen Renovierungsarbeiten kamen 1982 mit der Einweihung des neu gestalteten großen Foyers zum Abschluß. Bis dahin beliefen sich die Kosten für die durchgeführten Arbeiten auf insgesamt 36 Millionen Mark. Neue Umbauarbeiten begannen 1990: Vergrößerung des Orchestergrabens und Einbau einer neuen Licht- und Tonstellanlage.

„Münchens andere Oper“

„Münchens andere Oper“ – so nannte auch der Volksmund das Gärtnerplatztheater. Anders, weil keine Verbindungslinien zur höfischen Tradition mit dem damit verbundenen Repräsentationsstreben existierten, anders, weil sich das Theater am Gärtnerplatz der leichten, deshalb aber nicht minderwertigen Kunst verschrieben hat, anders, weil es nie die Verbindung zu „seinem“ Publikum verloren hat. Dies zeigt sich auch heute noch in der ausschließlichen Verwendung der deutschen Sprache bei allen aufgeführten Werken.

Und so ist auch die erste Premiere der Spielzeit 2000/2001 eine komische Oper – und eine Münchner Erstaufführung zugleich: Die englische Katze, die der Gründer der Münchener Biennale, Hans Werner Henze, zusammen mit dem englischen Dramatiker Edward Bond schuf, und die ihre Uraufführung 1983 bei den Schwetzinger Festspielen erlebte. Angeregt wurde das Werk von Honoré de Balzacs Herzensleiden einer englischen Katze, die 1840 für Grandvilles Sammlung von Karikaturen entstanden ist. Darin werden Menschen in ihrer Unmenschlichkeit durch die Darstellung als Tiere treffend gekennzeichnet. Bond und Henze verlegen die Geschichte ins viktorianische England, in den Londoner Salon von Mrs. Halifax.

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