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Komische Oper Berlin

Opernhäuser insgesamt: 117

 

Theatergeschichte ↓ zur Geschichte des Opernhauses

Anschrift:
Deutschland
Behrensstr. 55-57
D 10117 Berlin
Berlin
Tel.:+49 (0)30 202 60 - 0
Fax:+49 (0)30 202 60 - 405
eMail → info@komische-oper-berlin.de
Homepage: → www.komische-oper-berlin.com/
Ticketinfo:
Spielstätten: Komische Oper Berlin

Geschichte

Als Theater Unter den Linden wurde das Gebäude der heutigen Komischen Oper Berlin zwischen den Jahren 1890 und 1892 nach einem Entwurf der österreichischen Architekten Fellner und Helmer errichtet. Hier, an historischer Stelle, zwischen Behrenstraße und Unter den Linden, wurde bereits seit 1764 Theater gespielt. Es gab die Uraufführungen von Goethes Götz von Berlechingen (1774) und Lessings Nathan der Weise (1783). Auch mit den Aufführungen von Singspielen Johann Adam Hillers und Johann Andrés sowie mit heiteren Opern von Gluck, Grétry, Paisiello, Salieri und anderen wurde hier ein volksnahes Theater entwickelt. Bereits 1896 meldeten die Gebrüder Ronacher als Investoren des Theaters Unter den Linden Konkurs an. 1898 erfolgte dann die Wiedereröffnung als Revue- und Operettenbühne unter dem Namen Metropol-Theater. Auf dem Spielplan standen von nun an heitere, leichte Werke – die legendären Metropol-Revuen –, die ein breites Publikum ansprechen wollten. 1933 wurde das Metropol-Theater geschlossen, und 1934 als Staatliches Operettentheater wiedereröffnet.

Im Frühjahr 1945 wurden durch eine Luftmine, die auch Menschenleben forderte, das Portal, der Eingangsbereich und Nebenräume völlig zerstört. Schäden erlitten auch die ursprünglich von einem Gemälde gezierte Decke im Zuschauerraum. Dieser selbst und die Bühne blieben nahezu unbeschädigt. Unter schwierigen Nachkriegsbedingungen begann 1947 der Wiederaufbau. Als Theaterleiter konnte der Regisseur Walter Felsenstein gewonnen werden, dessen Bemühen einem lebendigen Musiktheater galten.

Mit einem neuen Konzept wurde am 23. Dezember 1947 die Komische Oper eröffnet. Der Name verweist auf die Tradition der französischen Opéra Comique des ausgehenden 18. Jahrhunderts und deren progressive Bestrebungen sowie auf die von dieser inspirierte Berliner Komische Oper Hans Gregors (1905-1911) an der Weidendammer Brücke. „Die Aufgabe des Hauses“, so erklärte Walter Felsenstein anläßlich der Eröffnung der Komischen Oper 1947, „wird ganz ähnlich der Pariser Opéra Comique die Pflege des heiteren Musiktheaters sein, wo Musik und Theater in der Darstellung zu gleichem Recht kommen sollen.“

1965 wurden Rekonstruktion und Erweiterungsbau der Komischen Oper in Angriff genommen. Dabei entstanden unter anderem zwei Seitenbühnen, Dekorationsmagazine, zwei Probebühnen, ein Garderobentrakt und großzügige Foyers. Stellwerk und Beleuchtungsanlagen wurden modernisiert, der Orchestergraben vergrößert. Ferner erhielt die Komische Oper ein Funktionsgebäude. Das Portal des Theatergebäudes mit seinen charakteristischen Arkaden wurde durch den Kupferschmied Achim Kühn neu gestaltet. Die sachlich klare Außenansicht der Sandsteinfassade ist ein Ergebnis dieser Erweiterungsbauten. Die Wiedereröffnung fand 1966 mit Mozarts Don Giovanni statt. Im selben Jahr wurde unter der Leitung von Tom Schilling auch das Tanztheater der Komischen Oper gegründet, das die Prinzipien von Walter Felsensteins Musiktheater auf den Tanz zu übertragen suchte. Mozarts Hochzeit des Figaro ist Walter Felsensteins letzte Inszenierung. Er verstarb am 8. Oktober 1975.

Der Zuschauerraum wurde 1986 renoviert und unter Denkmalschutz gestellt. Während einer halbjährigen Schließung der Hauptbühne wurde 1989 eine rechnergestützte Lichtstellanlage installiert, der Bühnenboden erneuert und im September mit Webers Freischütz wiedereröffnet.

Profil

Die Komische Oper Berlin versteht sich als ein Opernhaus, das auf der Suche nach neuen Wegen ist – künstlerisch wie in seiner Beziehung zum Publikum. Walter Felsensteins Ziel, das Musiktheater als lebendige, sinnlich unmittelbar auf die Gegenwart zielende Form des Theaters zu rehabilitieren, war richtungsweisend für die Opernregie in der zweiten Hälfte unseres Jahrhunderts. Gesungen und gesprochen wird grundsätzlich in deutscher Sprache. Die Komische Oper versteht sich noch immer als ein Ensembletheater und schöpft aus dieser Tradition künstlerische Kraft. Die Besetzung einer Inszenierung bleibt im Normalfall von der ersten Probe bis zur letzten Vorstellung zusammen und prägt so das unverwechselbare Bild einer Aufführung der Komischen Oper. Notwendig werdende Umbesetzungen werden bei dem Probenprozeß in das Ensemble eingearbeitet.

Walter Felsenstein

Von den Inszenierungen Walter Felsensteins waren es vor allem Carmen, Die Zauberflöte, Das schlaue Füchselein, Hoffmanns Erzählungen, Othello und La Traviata, die großen Publikumserfolg und internationale Resonanz fanden. Durch grundlegende dramaturgisch-textliche Erneuerung wurde in vielen Fällen die Urgestalt bekannter Opernwerke wiederhergestellt. Entdeckungen gab es auch bei populären Volksopern. Humanistische Gedanken klassischer Werke wurden durch präzise und gut durchdachte Figuren- und Konfliktgestaltung vermittelt. Das konsequente Wirken des Ensembletheaters unter Felsenstein und seinen Schülern Götz Friedrich und Joachim Herz verlieh vielen Aufführungen, die auch international diskutiert wurden, Modellcharakter.

Mozart: La Clemenza di Tito

Mit La Clemenza di Tito wird der Mozart-Zyklus der Komischen Oper Berlin – inszeniert von Harry Kupfer – um ein letztes Werk ergänzt. La Clemenza di Tito, uraufgeführt 1791 in Prag, wurde lange als schematisierte Huldigungsoper und ungeliebtes Auftragswerk Mozarts unterbewertet, zum Teil auch als Rückfall in die erstarrte Form der höfischen Opera seria mißverstanden. Mozart erweiterte allerdings die musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten der Seria durch neue musikdramatische Elemente wie die psychologischen Charakterporträts der Personen, die eine bevorstehende Zeitenwende erahnen lassen und dem nur noch äußerlich beibehaltenen Rahmen der Huldigungsoper einen beunruhigenden kritischen Hintergrund verleihen. Erst die jüngere Rezeptionsgeschichte entdeckte den Rang dieses von Mozart bereits als „vera opera“ bezeichneten Werks, ein pessimistisches Parallelwerk zur Zauberflöte, ein resignativer Abgesang auf die Humanitätsidee der Aufklärung.

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